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Häufig gestellte Fragen zur Stammzell- / Knochenmarktransplantation

Im Folgenden finden Sie häufig gestellte Fragen zu Knochenmark- / Stammzellspende und Ihre Antworten, die das eine oder andere Missverständnis aufklären.

  1. Bei einer Knochenmarkspende wird "Rückenmark" entnommen.
    Das ist falsch.
    Bei einer Knochenmarkspende wird Knochenmark entnommen und zwar aus dem Beckenknochen (Beckenkamm) und NICHT aus der Wirbelsäule.
  2. Es ist eine Operation nötig um das Spendermaterial zu entnehmen.
    Das ist nur bedingt richtig.
    Wird das Knochenmark aus dem Beckenknochen entnommen, wird dies unter Vollnarkose durch Punktion mit einer Hohlnadel gemacht.
    Werden Stammzellen gewonnen, wird dies durch Separation aus dem Blutkreislauf realisiert. Dabei werden Blutstammzellen des Spenders nach Mobilisierung durch ein Stammzell-Hormon (G-CSF) in einem Zellseparator gesammelt. Dieser Vorgang ist dem einer Blutplättchen-Spende sehr ähnlich. 
  3. Das Knochenmark fehlt dem Spender nach der Entnahme dauerhaft, ähnlich einem Organ bei einer Organspende.
    Das ist falsch.
    Das entnommene Knochenmark wird vom Körper schon nach ca. 2 Wochen wieder ersetzt.
  4. Die Blutgruppe des Spenders und des Empfängers müssen übereinstimmen.
    Das ist falsch.
    Übereinstimmen müssen die sogenannten HLA-Werte nicht die Blutgruppe (Der Empfänger übernimmt die Blutgruppe des Spenders). Dieses Missverständnis ist weit verbreitet und führt unter anderem immer wieder zur Verbreitung von Kettenbriefen (HOAX) per E-Mail.
    Siehe dazu auch das Kapitel "Kettenbriefe: Knochenmarkspende".
  5. Das Geschlecht von Spender und Empfänger muss übereinstimmen.
    Das ist falsch.
  6. Man spendet für die Person, für die man sich hat typisieren lassen.
    Das ist falsch.
    Bei Eintrag in eine Spenderdatei (z.B. DKMS) ist ein entsprechender Vorbehalt nicht möglich.
    Ausnahme ist die Typisierung im Rahmen der Spendersuche für ein Familienmitglied.
  7. Das zur Stimulation des Stammzellspenders (bei einer Stammzellspende) verabreichte Medikament (G-CSF/Neupogen) schadet dem Spender.
    Dafür gibt es zurzeit keine Hinweise, ist aber eher unwahrscheinlich.
  8. Mögliche genetische Übereinstimmung zwischen Spender und Empfänger ist regional begrenzt.
    Das ist falsch.
    Die Wahrscheinlichkeit einer Übereinstimmung im Regionalbereich ist größer.
    Grundsätzlich besteht weltweit die Möglichkeit einer Übereinstimmung.
  9. Es drohen finanzielle Einbußen durch eine Spende (z.B. Verlust von Urlaubsanspruch, Fahrtkosten, Verdienstausfall).
    Das ist falsch.
    Auslagen werden von der Krankenversicherung des Empfängers ersetzt. Es gibt allerdings keine "Entlohnung" für die Spende.
  10. Inzwischen gibt es genug typisierte Spender.
    Das ist falsch.
    Es gibt immer noch genug Patienten, die keinen passenden Spender finden. Außerdem gibt es auch einen nicht unerheblichen "Schwund" in den Spenderdateien, z.B. durch Krankheit, Alter, private Gründe, etc.
  11. Die Bereitschaft zur Spende ist unwiderruflich.
    Das ist falsch.
    Die Einwilligung kann jederzeit ohne Angabe von Gründen zurückgezogen werden.
  12. Die Typisierung ist kostenlos.
    Das ist falsch.
    Zurzeit kostet eine Grundtypisierung 50 €. Die Kosten muss in der Regel allerdings nicht der Spender tragen.

Kontextspalte

Weiterführende Literatur

Die Suche nach dem passenden Stammzellspender. Ein Wegweiser für Betroffene und Angehörige

Kostenlose Patientenbroschüre die von der DKMS Stiftung Leben Spenden herausgegeben wird.

Der Weg zur Lebensspende - Informationen für Stammzellspender
Der Weg zur Lebensspende - Informationen für Stammzellspender